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Im Gegensatz zu dem alten, in allen Sprachen vorkommenden Wort für "Mutter" (lat. mater, Ursprung in der Lautgebärde ma-, wie bei indogerm. mari,
Meer, aus dem Wasser kommend, schöpferisch; vgl. christl. "Maria") ist
das Wort "Vater" neu und erst mit dem Beginn des Patriarchats
entstanden (indogermanisch p¸ter, lat. und gr. pater).
Das Wort bezieht sich auf die gesellschaftliche Stellung des Vaters als
Hausherr und Herr über die Großfamilie. Daneben steht in den meisten
Sprachen ein familiäres Wort, ein Lallwort der Kindersprache (gotisch. atta, neuengl. daddy, frz. und neuhochdeutsch Papa usw.), das den leiblichen Vater bezeichnet.
Matriarchale Sprachen kennen diese Unterscheidung nicht, weil sich alle
Personen einer Gemeinschaft auf die gleiche Weise um die Kinder
kümmern. Alle verhalten sich " mütterlich". Größere Kinder, Jugendliche,
Frauen, Männer und alte Menschen haben alle eine Hege- und
Pflege-Beziehung zu den Jüngeren. Sie spielen, kuscheln, sprechen mit
ihnen und lehren sie, was sie selbst können. Das kann bei Männern
fischen, Fallen stellen oder Kanu bauen sein, während Frauen mehr die
Kunst des Webens oder Töpferns weiter geben. Es gibt aber selten eine
strikte Rollenteilung.
Die Bezeichnungen für Männer sind Bruder und Onkel, wobei das auch die
Cousins, Großonkel usw. einschließt. Will man eine Person exakter
bezeichnen, so sagt man z.B. Mutter-Bruder.
Da in Matriarchaten Kinder im Mittelpunkt der Gemeinschaft stehen, sind
alle, neben der Güter- und Lebensmittelbeschaffung (Subsistenz) und der
persönlichen Weiterentwicklung, damit beschäftigt, die Bedürfnisse der
Kinder zu erfüllen.
Kinder werden als selbstbestimmte Persönlichkeiten
respektiert, d.h. dass die Initiative immer beim Kind liegt, es geht
auf die jeweilige Person zu, wenn es Hunger oder eine Frage hat, Hilfe
benötigt oder sich einfach auf den Schoß setzen will.
Kindern wird niemals gesagt, oder gar befohlen, was sie tun sollen,
denn das würde sie ja von ihren eigenen Instinkten ablenken, die sie
erst entwickeln müssen. Es
gibt auch kein System von Lob und Tadel, weil das die Entfaltung der
eigenen Persönlichkeit verhindern und zu Fremdbestimmung führen würde.
Die Antwort auf die Frage ist also:
In Matriarchaten haben "Väter",
besser Männer, zu den Kindern eine Hege-Beziehung, während das im
Patriarchat nicht der Fall ist; dort haben Väter/Männer die
Verfügungsgewalt über Kinder in Form einer Hierarchie-Beziehung, die
Kinder als Eigentum behandelt, Gehorsam von ihnen fordert und eine
Entfaltung der Persönlichkeit nicht zulässt.
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Dergleichen Informationen finden sich häufig in der Literatur, so z.B. über die südamerikanischen Yaqi (Senta Trömel-Plötz, Frauengespräche:
Sprache der Verständigung), die Dagara in Afrika (Sobonfu E. Somé, In
unserer Mitte: Kinder in der Gemeinschaft.) oder die Yequana in
Venezuela (Liedloff, Jean, Auf der Suche nach dem verlorenen Glück. Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit.)
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Auf diesen Text kamen Einwände, die ausführlich hier in einem Beitrag beantwortet wurden.
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