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Der Lebensrhythmus | Drucken |  E-Mail
Im Zyklus jeder Frau gibt es eine bestimmte Struktur, die sie wahrnehmen kann, wenn sie es will.
Ist sie in der Lage, diese Struktur zu sehen und nicht ihr Bewusstsein davor zu verschließen, dann wird sie Rhythmen wahrnehmen, die tief in ihrem körperlichen Empfinden verankert sind und die auch den Wissenschaften als objektive, messbare körperliche Veränderungen bekannt sind.

Diese Struktur zu verleugnen kann für viele Frauen bedeuten, sich selbst von Prozessen abzuschneiden, die so oder so auftreten; deren Kenntnis aber kann bereichernd wirken und hilfreich nicht nur für sie selbst sein.

Wir werden als Frauen dazu angehalten, uns von diesen Dingen loszusagen und sie als bloße Unannehmlichkeit oder Krankheit zu begreifen. Die körperlichen Veränderungen nicht wahrhaben zu wollen ändert jedoch nichts daran, dass sie weiter bestehen, und bei der überwiegenden Mehrheit der Frauen in patriarchalen Gesellschaften führt das dazu, dass sie sich in der Körpersprache von Krankheiten äußern.

Anstatt die Veränderungen zu ignorieren und sich scheinbar davon 'unabhängig' zu machen, wie es die Tamponwerbung suggeriert, führt eine möglichst weitgehende Akzeptanz zu einer wunderbaren Form von echter Unabhängigkeit: Wissen um die eigene Natur anstelle ihrer Verdrängung!

Es ist wie der Unterschied zwischen einer, die sich vom Wasser unabhängig macht mit einem Taucheranzug, und einer anderen, die Freude am Segeln und Navigieren hat, aufgrund wirklicher Verbundenheit und genauer Kenntnis von den Gezeiten und der Beschaffenheit der Küste.

Männer, die einer eher zielorientierten, linearen Struktur unterliegen, können sich wunderbar mit Frauen ergänzen, wenn sie sich mit ihnen in deren zyklischen Rhythmus einschwingen. Übrigens ist dieses Einschwingen auf natürliche Rhythmen die einzige Möglichkeit sexuelle Erfüllung zu finden.

Der gesamte Rhythmus unterliegt einer Vierteilung (viele Frauen haben allerdings einen noch komplexeren Menstruationszyklus).

Diese Rhythmen entstehen aus einem starken zweigliedrigen Grundtakt:

  1. dem Eisprung, wenn das reife Ei in den Eileiter ausgestoßen wird, und
  2. der Menstruation, wenn die aufgebaute dicke Schleimhaut der Gebärmutter zusammenfällt und ausgestoßen wird und ihre Wände dünn und extrem empfindlich werden.

Selten erfährt die Menstruation eine ähnliche Wertschätzung wie der Eisprung. Sie wird meist als der negative Pol, der Eisprung dagegen als der positive Pol betrachtet. Die Menstruation wird gewöhnlich als bloßer Ausscheidungsvorgang angesehen, als ein einfaches abstreifen der Gebärmutterschleimhaut, weil das 'enttäuschte  Ei' nicht befruchtet wurde, oder aber als eine Art Nasenbluten der Gebärmutter; insgesamt ein Vorgang aus Blut und Schleim und sonst nichts. Unter den entsprechenden Stichworten der patriarchalen Enzyklopädien lässt sich das nachlesen.

Es ist eine kulturelle Entscheidung, den 'Wert des Eisprungs' und Kindergebärens über den der Menstruation zu stellen bzw. sie herabzuwürdigen, was sich in der Umgangssprache in Schimpfworten verdeutlicht.

Während des Eisprungs kann sich die Frau entscheiden, ob sie in den folgenden zehn Kalendermonaten ein Kind austragen will. Ausschließlich aber vom Eisprung zu reden, heißt die Rolle der Frau verstandesmäßig auf diese Funktion zu beschränken.

Der Zyklus der Menstruation, Inbegriff des archetypisch Weiblichen - mit dem wir durch unser Blut verbunden sind - spiegelt im Kleinen die makrokosmischen Zyklen der Natur, etwa den rhythmischen Wechsel der Gezeiten oder der Jahreszeiten. 

Gleichzeitig ist die zyklische Abfolge von Reifung und Abstoßung des Eies bzw. Schwangerschaft aber auch ein Spiegel des Schöpfungsprozesses, sowohl des unbewussten Schöpfungsprozesses der Natur als auch des bewussten kreativen Prozesses beim Menschen. Wegen dieser Verbindungen zu dem grundlegenden Kreislauf der Natur galt der Menstruationszyklus in vielen alten Kulturen als heilig.

ImageDer Ovulationszyklus, also der Zyklus des Eisprungs, wird vom Mondlicht beeinflusst, allerdings nur, wenn keine künstlichen Lichtquellen die Wahrnehmung des Mondlichtes stören. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Mond das Verhalten von Flüssigkeiten (von den Gezeiten des Meeres bis zu individuellen Körperflüssigkeiten) reguliert und sich auch auf das Unbewusste und die Träume auswirkt.

Menstruation, Fruchtbarkeit und Geburten stehen darüber hinaus auch mit den vom Mond beeinflussten Gezeiten des Meeres in Verbindung. Umweltreize wie Licht, Mond und Gezeiten spielen nachgewiesenermaßen bei der Regulierung von Menstruationszyklus und Fruchtbarkeit eine Rolle.

Die positiven Aspekte

Leider hat bisher niemand die Inspiration als positives Gegenstück der im menstruellen Zyklus auftretenden Beschwerden erforscht. Doch wenden wir uns stärker den positiven als den negativen Vorgängen im weiblichen Rhythmus zu, dann entdecken wir allerdings etwas sehr Bemerkenswertes, was viele Frauen aus ihrer eigenen Erfahrung bestätigen können:

Es ist das weit verbreitetes Phänomen eines Ansteigens des sexuellen Verlangens im Paramenstruum - die zyklische Potenz der Frau.

Welch ein seltsames Zusammentreffen, dass nun exakt jene Zeit, die universell in patriarchalen Gesellschaften für den Geschlechtsverkehr tabuisiert ist, auch die Zeit des erhöhten sexuellen Verlangens bei Frauen sein soll!

Es ist bestimmt kein Zufall, dass die "menstruelle Seuche" gerade dann ausbricht, wenn die sexuelle Potenz der Frau am größten ist. Es ist nämlich so, dass die Menstruation eine zutiefst sexuelle Erfahrung ist.

Der Zusammenhang zwischen der magischen Kraft des Menstruationsblutes und seinem besonderem tabuisierten Status ist offensichtlich:

Menstruationsblut enthält ein sexuell-sinnliches Element, das zu enormer Kraft fähig ist.


 

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