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Mobbing in den Wissenschaften - Beispiel Wilhelm Reich und seine Entdeckungen | Drucken |  E-Mail
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Die großen Stiftungen und Institutionen der "offiziellen Wissenschaft" vergeben routinemäßig Preise und Auszeichnungen, doch nur an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Arbeiten die allgemein akzeptierten Theorien stützen oder die die ökonomische und politische Macht bestehender Institutionen noch vergrößern.

Das Fernsehen und die Zeitungen berichten hierüber unkritisch. Jede Woche bringt uns einen neuen "Durchbruch" auf diesem oder jenem Gebiet der Medizin oder der Physik - aber ein oder zwei Jahre später ist alles wieder vergessen, und wenig hat sich praktisch geändert.

Nur wenige mutige Sozialreformer und ketzerische Wissenschaftler wagen es, die "offizielle Wissenschaft" und die "offizielle Medizin" in Frage zu stellen, aber sie werden im allgemeinen ignoriert oder ausgegrenzt. 

Und ebenso werden ihre Einwände erst nach größeren gesellschaftlichen oder ökologischen Katastrophen ernst genommen.

Wilhelm Reich

Beispiel: Wilhelm Reich

Wilhelm Reich war ein solcher ketzerischer Wissenschaftler und Sozialreformer. Seine Entdeckungen wurden von den Kreisen "offizieller" Wissenschaft oder Medizin nie ernsthaft beachtet (außer vielleicht, um sie zu attackieren), doch haben sie bedeutende gesellschaftliche und ökologische Katastrophen vorausgesagt, einige im allgemeinen positive, gesellschaftliche Veränderungen angeregt und neue wissenschaftliche und medizinische Entdeckungen hervorgebracht. Seine Bücher und experimentellen Ergebnisse ziehen, noch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung, das Interesse einer wachsenden Zahl von Menschen auf sich. 

Seine Entdeckungen stellen nach wie vor eine der stärksten und ernsthaftesten Bedrohungen der unheiligen Allianz von Macht, Geld, Wissenschaft und Hierarchien in der heutigen Welt dar - ein weiterer wesentlicher Grund dafür, dass sein Werk häufig angegriffen oder verschleiert, aber selten rational kritisiert wurde. 

Seine Entdeckungen tragen den Keim zu umwälzenden Veränderungen in sich, gesellschaftlich wie wissenschaftlich, weswegen sie sich die Feindschaft der Mächtigen zuzogen, die sie unterdrückten (Greenfield 1995; Reich 1997).

Reich wurde für seine Entdeckungen ins Gefängnis gesteckt und starb darin, und seine Bücher wurden auf gerichtliche Anordnung hin verbrannt - Mitte der fünfziger Jahre in den USA. Menschen in Europa können dies kaum glauben, da die USA den Kampf gegen den Faschismus mit anführten und sich auch heute noch auf demokratische Prinzipien berufen, von denen Bürger anderer Staaten nur träumen können. 

Die Freiheit ist jedoch im Gesundheitsbereich stark eingeschränkt. Hier haben das Geld und machtorientierte Ärzte und Pharmakonzerne das Sagen. 

Reich war weder der erste noch der letzte Arzt, der für seine bahnbrechenden Entdeckungen über den Krebs und für die billigen und effektiven Heilmethoden, die er der amerikanischen Öffentlichkeit zugänglich machte, angegriffen wurde. Genauso wenig stehen die USA mit diesem medizinischen Autoritarismus unter den demokratischen Staaten alleine da (DeMeo 1993; Carter 1993).

Reich hatte viele Feinde im medizinischen und psychoanalytischen Establishment. Einige unter ihnen hassten ihn und verbreiteten seit den frühen Tagen seiner Verbindung mit Freud über ihn Gerüchte. Seine Entdeckungen fochten die Lieblingsideologien der anderen Analytiker und Psychiater oder deren moralische Ansichten zu Empfängnisverhütung und vorehelichem Sex an - oder, in einigen Fällen, deren Kompromisse mit den Nazis.

Reich war zu "provokativ"; viele wollten ein bequemes Leben, ohne allzu große Wellen zu schlagen - und Reich war einer, der große Wellen schlug und "Ärger" verursachte, wo immer er auftauchte. Also warfen sie ihn aus ihren Organisationen, griffen ihn an und heckten üble Gerüchte über ihn aus.

Doch Reich setzte seine Arbeit unbeirrt fort und fand erfolgreich Wege, die Hindernisse, die ihm unausgesetzt von seinen Kritikern in den Weg gelegt wurden, zu umgehen. Bevor er von der FDA (Food and Drug Administration) angegriffen und zerstört wurde, hatte Reich seine eigenen klinischen Ausbildungsseminare, ein Forschungslabor, ein gemeinnütziges Institut, einen Buchverlag und mehrere Forschungszeitschriften ins Leben gerufen. Und er konnte eine kleine, aber engagierte Gruppe von Mitarbeitern für seine Forschungen gewinnen. 

Reich zeigte, dass irrationales menschliches Verhalten und gesellschaftliche Gewalt das Produkt von tiefverwurzelten Traditionen und gesellschaftlichen Institutionen sind, wie die Sexualunterdrückung bei Jugendlichen und der kinder- und sexualfeindliche kirchliche Moralismus. Er zeigte, dass antisoziale Gewalt aus Traumatisierungen entstand, die Kindern von Geburtshelfern, Krankenpflegerinnen und anderen mit der Säuglingsfürsorge betrauten Menschen zugefügt werden. Er beobachtete, dass, von wenigen Ausnahmen abgesehen, jede patriarchale Kultur ihre eigenen, wenn auch unterschiedlichen Arten hatte, ihren Kindern Schmerzen zuzufügen und sie zu missbrauchen, um so ihre natürlichen, biologischen Impulse zu "zähmen" und sie mit einer autoritären Zwangsmoral zu "zivilisieren". 

Mütter und Väter sind im allgemeinen Meister und Unterstützer dieses "Vergewaltigungs"prozesses, der von Medizin, Schule, Kirche und Staat unbekümmert gerechtfertigt wird. Er behauptete, dass faschistische soziale Bewegungen und Kriege Ausdruck desselben Prozesses seien, der in den Menschen ein unerträgliches Maß angestauter, sadistischer Wut entstehen ließ. Diese Wut würde schließlich in militärischen Institutionen organisiert, um so in periodischen kriegerischen Ausbrüchen gegen andere Kulturen ihren "gesellschaftlich erlaubten" Ausdruck zu finden - eine antisoziale Form der "Wutentladung", die von der kulturellen Blockierung sanfterer emotionaler Qualitäten und liebevoller orgastischer Entspannung herrührt. 

Bevor sich friedliche gesellschaftliche Zustände einstellen könnten, müsste es größere Reformen in unserer Behandlung von Säuglingen und Kindern und in unserer Haltung zu vorehelicher Sexualität geben, und Zwangsheirat und autoritäre Familienstrukturen müssten überwunden werden. 

Ebenso kritisierte er die russische soziale und sexuelle Revolution und die von ihm so genannten "Freiheitskrämer", die politische und sexuelle Freizügigkeit statt demokratische und sexuelle Verantwortlichkeit predigten. Nicht zuletzt weil er über diese Themen offen geschrieben und gesprochen und weil er junge Menschen über die verbotenen Themen Sexualhygiene und Verhütungsmittel beraten hatte, musste der junge Reich von Nazi-Deutschland nach Skandinavien und später in die USA emigrieren, um sein Leben zu retten. 

Die klinischen Arbeiten Reichs wiesen deutlich darauf hin, dass viele Krankheiten als Antwort des Organismus auf chronischen Schmerz und chronisches Unglücklichsein entstehen können, womit er eine logische und experimentell nachvollziehbare bioenergetische Grundlage psychosomatischer Erkrankungen liefert. 

Nach seiner Flucht nach Skandinavien unternahm Reich Experimente, die eine messbare bioelektrische Komponente des emotionalen Ausdrucks, sexueller Befriedigung und des Orgasmus nachwiesen. Bestimmte chronisch-kontraktive Störungen, die bioelektrisch gemessen werden können, entwickeln sich im Organismus als Reaktion auf chronischen Schmerz, Traumatisierungen und Angst. 
Der regelmäßige Ausdruck lustvoller Expansion hingegen zeigt ein davon völlig abweichendes bioelektrisches Muster, das mit körperlicher und geistiger Gesundheit verbunden war.

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Siehe auch das Video: Vortrag von Bernd Senf zu Viktor Schauberger, Wilhelm Reich und Silvio Gesell

Literatur von Wilhelm Reich:


 

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