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Medizin: Weihnachtszeit - Grippezeit | Drucken |  E-Mail
WeihnachtsthermometerVor ein paar Tagen kam im Radio eine Durchsage des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Der Sprecher ließ alle RundfunkhörerInnen von Amts wegen wissen, dass nun die Grippesaison begonnen hatte. In bestimmtem Ton gab er ihnen zu verstehen, dass ältere Personen und Personen mit diesen und jenen Krankheiten sich unverzüglich einer Schutzimpfung unterziehen sollten.  Nebenbei erwähnte der Sprecher, dass es keine eindeutigen Beweise für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Grippeimpfungen und dem Auftreten dieser eigentümlichen Krankheit gebe, von der auch einige der zuvor Geimpften befallen worden waren.

Alles in allem war das eine ziemlich aufschlussreiche Durchsage, die einige Rückschlüsse auf Biologie, Wissenschaft und Religion zulässt. "Die Grippesaison" ist in gewisser Weise ein Beispiel für ein psychologisch vorfabriziertes Muster, das unter Umständen eine vorfabrizierte Epidemie auslösen kann.

Hinter solchen Durchsagen steht die Autorität des medizinischen Berufsstandes, und die Autorität unserer Kommunikationssysteme, der Medien, obendrein. Wir können die Stimme, die über das Radio kommt, nicht in Frage stellen. Sie ist körperlos und "weiß Bescheid".

Wieder einmal wurden besonders die älteren Menschen erwähnt. Offenbar versteht es sich von selbst, dass sie besonders anfällig für Krankheiten sein müssen. Diese Anfälligkeit ist ein Faktum medizinischer Erfahrung. Sie ist allerdings ein Faktum ohne Grundlage in der biologischen Realität der Menschen. Es handelt sich um ein bloß suggeriertes Faktum.
Die ÄrztInnen sehen die Auswirkungen dieser Suggestion auf den Körper, die deutlich genug sind, um als Beweis für eben jene Anfälligkeit gewertet werden zu können. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

 

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Bergbauer Enrique zeigt einer jungen Touristin, wie man in seiner Jugendzeit getanzt hat.

Bis heute bleiben in isolierten Bergregionen der Erde die Alten von Krankheit verschont, und ihre Vitalität ist ungebrochen. Sie erfreuen sich bester Gesundheit, bis sie sterben. Die Glaubenssysteme dieser Menschen entsprechen, das müssen wir einsehen, der Praxis ihres Lebens. Sie haben auch keinen Ärztestand im Hintergrund.

 

Hierzulande jedoch haben wir etwas, das fast schon auf ein soziales Programm zum Krankwerden hinausläuft - die "Grippesaison" oder auch die "Grippewelle". Als Gedankenprojektion der Massen hat sie einen medizinischen und ökonomischen Hintergrund. Natürlich ist der Ärztestand und die Pharmaindustrie an der Suggestion beteiligt. Im Spiel sind zudem wirtschaftliche Interessen, die von den größten Apotheken bis zu den kleinsten Drogerien, von den Supermärkten bis zu den Krämerläden um die Ecke reichen.

Pillen, Tropfen und Injektionen zur Bekämpfung der Grippe füllen die Schaufensterauslagen, um auch diejenigen, die sie sonst vielleicht nicht beachtet hätten, an die bevorstehenden Schwierigkeiten zu erinnern. Das Werbefernsehen setzt eine neue Lawine in Gang, so dass wir nahtlos den Übergang von der Heuschnupfensaison zur Grippesaison nachvollziehen können, ohne irgendwelche medikamentösen Verabreichungen zu versäumen.

Ein Husten im Juli wird vermutlich nicht weiter tragisch genommen und ist rasch vergessen. Ein Husten in der Grippesaison jedoch ist entschieden verdächtig! Und unter solchen Umständen, vor allem mitten in einer unerquicklichen Arbeitswoche, kommt leicht der Gedanke auf: Sollte ich morgen nicht besser zu Hause bleiben? Es wird buchstäblich von uns erwartet, dass wir die Grippe "nehmen".
Sie bietet eine willkommene Gelegenheit, allen möglichen Problemen auszuweichen. Manche Aufgeweckte spüren unterschwellig sehr wohl, was da eigentlich läuft. Sie haben weiter nichts zu tun, als den Einflüsterungen der Gesellschaft, die ihnen auf Schritt und Tritt folgen, Gehör zu schenken. Und tatsächlich: die Temperatur steigt! Vor lauter Besorgnis wird die Kehle trocken. Latente Viren - die bisher keinen Schaden gestiftet hatten - werden aktiviert.

Auch die Hersteller von Mänteln, Stiefeln und Handschuhen preisen ihre Erzeugnisse an. Doch herrscht in jenen Sparten mehr Vernunft insofern, als in ihrer Werbung der Akzent auf der Gesundheit liegt; so, wenn sie beispielsweise den vergnügten Skifahrer oder den wetterharten Seefahrer abbilden. Doch auch sie behaupten bisweilen, dass ihre Erzeugnisse uns vor Grippe und Erkältungen, kurz, vor der Anfälligkeit unserer Natur beschützen.

Ich will ja nur dein Bestes!Die gelobten Schutzimpfungen sind im großen und ganzen von geringem Nutzen; doch sind sie potentiell gefährlich, besonders wenn sie verordnet werden, um einer Epidemie vorzubeugen, die noch gar nicht aufgetreten ist. Sie mögen in Einzelfällen hilfreich sein, doch insgesamt richten sie Schaden an, indem sie unsere Körperfunktionen durcheinanderbringen und biologische Reaktionen auslösen, die sonst wahrscheinlich gar nicht aufgetreten wären.

Die Grippesaison überschneidet sich nun auch noch mit der Weihnachtszeit. Den Christen wird jetzt gesagt, sie sollen frohgemut sein, ihren Mitmenschen eine selige Rückkehr in die natürliche Wunderwelt der Kindheit wünschen, und Gott im Kind Ehre erweisen. Doch leider ist die christliche Weihnachtslegende für die heutigen Menschen verwirrend und mangels inneren Zusammenhangs kaum noch tragfähig. Die Religion hat die Verbindung zum täglichen Leben verloren. Die meisten Leute können die religiösen Inhalte nicht mit ihrem Denken und Fühlen vereinbaren.

Und zu Weihnachten kommt ihnen deutlicher als sonst die riesige Kluft zwischen ihren wissenschaftlichen Glaubensüberzeugungen und ihren religiösen Glaubenssätzen zu Bewusstsein. Sie fühlen sich außerstande, mit einem derartigen mentalen und spirituellen Dilemma fertigzuwerden.
So kommt es gerade zur Zeit des "Freuet euch!" vermehrt zu Depressionen, die noch verstärkt werden durch die Weihnachtsmusik und die Schaufensterdekorationen, durch die religiösen Hinweise darauf, dass der Mensch als Ebenbild Gottes erschaffen wurde, und durch wieder andere Hinweise darauf, dass dieser gottgegebene Körper - allem Anschein nach außerstande, für sich selbst zu sorgen - von Natur aus dazu bestimmt ist, ein Opfer von Unheil und Krankheit zu werden.

So ist die Weihnachtszeit in unserer Gesellschaft Ausdruck hoffnungsvoll-freudiger Erwartungen, währenddessen die Grippesaison Ängste widerspiegelt und die Kluft zwischen beiden zum Vorschein bringt.

ÄrztInnen sind ja auch Privatpersonen; hier spreche ich von ihnen nur in ihrer professionellen Eigenschaft: Für gewöhnlich versuchen sie ihr Bestes innerhalb des Systems der Glaubensüberzeugungen, die sie mit ihren Mitmenschen teilen. Diese Glaubensüberzeugungen existieren nicht isoliert für sich, sondern sie stellen natürlich eine Verquickung von Glaubenssätzen wissenschaftlicher und religiöser Art dar, wie sehr sich diese auch voneinander unterscheiden mögen.

Die christliche Tradition, die uns alle beeinflusst, die wir in ihrem Wirkungskreis aufgewachsen sind, deutet Krankheit als Strafe Gottes oder zumindest als gottgesandte Prüfung, die es standhaft zu ertragen gilt; sie betrachtet uns Menschen als sündige Kreaturen, behaftet mit dem Makel der Erbsünde und gezwungen, im Schweiße unseres Angesichts zu arbeiten.
Das wissenschaftliche Weltbild aber zeigt uns als Zufallsprodukt eines gleichgültigen Universums, als Kreaturen ohne jede tiefere Bedeutung, deren Bewusstsein Produkt eines bloß zufällig entstandenen physiologischen Mechanismus der Evolution ist. Außerhalb dessen gibt es keine Wirklichkeit. Die Wissenschaft ist in dieser Hinsicht wenigstens konsequent.

Das Christentum jedoch fordert die zum Leiden geborenen Geschöpfe ex officio dazu auf, sich zu freuen, und die Sünder, zu kindlicher Unschuld zurückzufinden; es fordert sie auf, einen Gott zu lieben, der eines Tages die Welt zerstören und sie in die Hölle verdammen wird, wenn sie ihm nicht Ehre erweisen.

Aufgerieben zwischen zwei derart widersprüchlichen Glaubenssystemen werden viele Menschen gerade in der Weihnachtszeit körperlich krank. Kirchen und Krankenhäuser sind meistens die größten Gebäude einer Stadt, und die einzigen, die den Menschen ohne amtliche Bewilligung auch am Sonntag offen stehen. Wir können unsere Gesundheit nicht von unserem persönlichen Wertesystem trennen, und häufig genug profitieren die Spitäler von den Schuldgefühlen, welche die Religionen den Leuten eingeflößt haben.

Ich spreche jetzt von Formen der Religion, die derart mit dem gesellschaftlich-patriarchalen Leben vermischt sind, dass jeder Sinn für die grundlegende spirituelle  Integrität verloren geht. Die Menschen sind von Natur aus religiös. Das religiöse Empfinden ist eine der grundlegenden menschlichen Eigenschaften und ist der am meisten außer acht gelassene Bereich der menschlichen Psyche. Es gibt ein natürliches religiöses Wissen, mit dem wir geboren werden.

Wir wissen alle: Das Leben ist ein Geschenk. Ich bin ein einzigartiges, der Achtung wertes Geschöpf in der natürlichen Welt, die mich umgibt; die mir meinen Lebensunterhalt gewährt und mich an die größere Quelle gemahnt, der ich selbst und die Welt entstammen. Mein Körper ist seiner Umwelt wunderbar angepasst, und auch er kommt mir zu aus jener unbekannten Quelle, die sich in allen Erscheinungen der materiellen Welt offenbart.

Dieses wissende Gefühl schenkt dem Organismus Zuversicht, Freude und die unablässig überquellende Kraft zum Wachstum. Es fördert Wissbegier und Kreativität und stellt das Individuum in eine Welt, die gleichermaßen spirituell und natürlich ist.

Organisierte, also patriarchale Religionen stellen den Versuch dar, dieses Grundgefühl in kulturellen Begriffen zu fassen. Ins Profane zu übertragen. Das kann nicht gelingen, weil sie in ihren Vorstellungen zu eng und zu dogmatisch werden, bis die kulturellen Strukturen die feinere, in ihnen enthaltene spirituelle Substanz schließlich ganz verdecken.

Je toleranter eine Religion ist, desto näher kommt sie dem Ausdruck jener inneren Wahrheiten. Das Individuum jedoch besitzt seine eigene spirituelle und biologische Integrität, die Teil des menschlichen Erbes und das Recht jeglicher Kreatur ist.
Wir können nicht unserer eigenen Natur mit Argwohn begegnen und zugleich der Natur des Göttlichen vertrauen, denn das Göttliche erleben wir als den Ursprung unseres Seins. Und wenn unser Sein durch einen Makel getrübt ist, dann muss dies auch für das Göttliche gelten.

Unsere persönlichen Glaubensüberzeugungen verschmelzen mit denen anderer Menschen und stellen unsere kulturelle Wirklichkeit dar. Daher werden die verzerrten Ansichten der Schulmedizin und anderer Wissenschaften oder jeder vergleichbaren Gruppierung uns nicht etwa aufgezwungen; sie sind vielmehr das Resultat all unserer gemeinsam gehegten Glaubensüberzeugungen - in separate Disziplinen aufgefächert.

ÄrztInnen zum Beispiel sind oft alles andere als gesund, weil sie so besessen sind von jenen spezifischen, die Gesundheit betreffenden Glaubensüberzeugungen, dass sie ihre Aufmerksamkeit stärker als andere auf diesen Bereich fixieren. 

Die Idee des Vorbeugens hat ihre Wurzel in der Angst - etwas Erfreulichem würde man ja nicht vorbeugen wollen.
So kommt es, dass die Präventivmedizin oft gerade eben dasjenige Übel verursacht, dem sie vorzubeugen sucht. Nicht nur nährt und unterhält der bloße Gedanke an Vorbeugung ein ganzes System von Befürchtungen, häufig lösen Maßnahmen zur Vorbeugung einer Krankheit in einem gesunden Körper auch Reaktionen mit Nebeneffekten aus, wie sie im Falle einer tatsächlichen Erkrankung auftreten würden.

Eine spezifische Krankheit wird natürlich auch ihre Auswirkungen auf andere Bereiche des Körpers haben, Auswirkungen, die noch nicht einmal untersucht oder auch nur bekannt sind. Sie können daher bei Impfungen nicht mitberücksichtigt werden. Auch kann es vorkommen, dass Menschen durch die Impfung ihrerseits zu KrankheitsüberträgerInnen werden und andere infizieren.

Es gibt Menschen, die sehr selten krank werden, ganz gleich, ob sie geimpft werden oder nicht. Ich will nicht sagen, dass alle Menschen negativ auf Impfungen ansprechen. Im Prinzip jedoch sind Impfungen nicht gut, wobei mir durchaus bewusst ist, dass die Geschichte der Medizin mich zu widerlegen scheint. Zu gewissen Zeiten, und vor allem in der Entstehungszeit moderner medizinischer Wissenschaft, übte der Glaube an die Schutzwirkung von Impfungen als Träger neuer Hoffnung wenn nicht bei der Bevölkerung so doch bei der Ärzteschaft große Suggestionskraft aus. Doch muss ich leider sagen, dass die wissenschaftliche Medizin ebenso viele Krankheiten verursacht wie geheilt hat.

Die ÄrztInnen werden natürlich auch fortwährend von zahlreichen Leuten in Anspruch genommen, die keinerlei Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen, von Leuten die ÄrztInnen um Behandlungen oder gar Operationen anflehen, die sie gar nicht brauchen. ÄrztInnen werden auch von PatientInnen aufgesucht, die gar nicht gesund werden wollen und die ÄrztInnen und ihre Verordnungen als Rechtfertigung für weiteres Kranksein missbrauchen. Sie sagen dann, der Arzt tauge nichts, das Medikament wirke nicht, und schieben die Verantwortung ab, für eine Lebensweise, die zu ändern sie nicht gewillt sind.

Auch die ÄrztInnen befinden sich im Dilemma zwischen ihren religiösen und ihren wissenschaftlichen Überzeugungen. Beide geraten miteinander in Konflikt, und bestärken sie in dem irrigen Gefühl, dass der menschliche Körper, sich selbst überlassen, sich jede erdenkliche Krankheit zuziehen würde.

Fazit: Wir können unser Wertesystem und unsere allerpersönlichsten Werturteile weder von unserem persönlichen noch von dem Erfahrungsbereich der Massen trennen.

In diesem Land fließen unsere Steuergelder in zahlreiche klinische Experimente und Projekte der Präventivmedizin, und zwar deshalb, weil wir den nur auf unser Wohl gerichteten Intentionen unseres eigenen Körpers misstrauen. Die Gesundheitsindustrie befriedigt ganz einfach die vorhandene Nachfrage. In gleicher Weise fließen die Gelder unserer Staatskasse in die militärische Rüstung, um Krieg zu verhindern; denn wenn wir schon unserem eigenen Körper mit Misstrauen begegnen, wie könnten wir dann unseren Mitmenschen irgendwelches Vertrauen entgegenbringen?

Tatsächlich besteht also wenig Unterschied zwischen unseren medizinischen Präventivmaßnahmen und den aberwitzig teuren militärischen Präventivmaßnahmen. In beiden Fällen wird die Katastrophe in Gedanken vorweggenommen - einmal im Hinblick auf den wohlvertrauten Körper, der jederzeit das Opfer von tödlichen Krankheiten werden kann, denen er scheinbar wehrlos ausgeliefert ist, zum andern im Hinblick auf die übertriebene, allgegenwärtige Gefahr von außen, mit der man jeden Augenblick zu rechnen hat.

Krankheit muss bekämpft, bezwungen, ausgerottet werden. Der Körper erscheint nachgerade als Schlachtfeld, feindlichen Mächten preisgegeben, denn viele Menschen trauen ihm so wenig, dass er höchst verdächtig erscheinen muss. Sie gehen vorsichtshalber regelmäßig zu verschiedensten Routineuntersuchungen, auch wenn sie sich wohl fühlen.

Und es gibt Leute, die betrachten sich als selbsterwählte PatientInnen, etwa so, wie jemand von sich sagt: Ich bin Student. Sie neigen dazu, sich durch vorbeugende Maßnahmen gegen die Krankheit der Saison zu wappnen und sich somit die Hauptlast der unheilvollen Aspekte der Medizin aufzubürden, wenn überhaupt kein Grund dafür vorliegt.
Und das ganz besonders zur Weihnachtszeit.

+++

Bildnachweis "Bergbauer" - Regine Gwinner/www.fairkehr.de


 

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